Lieferantenmanagement

by test01 Mai 20, 2020

Der Begriff Lieferantenmanagement beschreibt die systematische Steuerung der Beziehung zwischen einem Unternehmen und seinen Lieferanten. Das Lieferantenmanagement verfolgt das Ziel, die eigene Wertschöpfungskette durch einen transparenten Vergleich von Zulieferern wirtschaftlich und technisch zu optimieren.

Das Lieferantenmanagement hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen, da der Anteil externer Wertschöpfung in deutschen Unternehmen stetig zugenommen hat. In der Industrie beträgt der Anteil der Fremdleistung mittlerweile rund 70 %, wodurch eine Verlagerung der Wertschöpfung zu externen Unternehmen stattfindet. Diese Verlagerung führt dazu, dass die Wirtschaftlichkeit von Beschaffungsprozessen ein immer größeres Potenzial zur Verbesserung bietet.

Lieferantenmanagement mit Techpilot

Was bedeutet Lieferantenmanagement?

Durch die Verlagerung der Wertschöpfung zu externen Fertigungsunternehmen und Dienstleistern ist die Betrachtung der betriebsinternen Wertschöpfungskette nicht mehr ausreichend. Aus diesem Grund verfolgt das Lieferantenmanagement den Ansatz, eine koordinierte Schnittstelle zu Lieferanten aufzubauen.

Das Lieferantenmanagement ist im Unternehmen meist im Einkauf angesiedelt und beinhaltet verschiedene Aspekte, die je nach Unternehmen unterschiedlich ausgeprägt sind. In der Industrie hat sich insbesondere das Total Supplier Management (TSM) bewährt, das einen ganzheitlichen Ansatz zum Management der Lieferantenbeziehungen verfolgt. Kern des TSM-Modells ist die vollständige Erfassung des gesamten Produktlebenszyklus in Bezug auf bestehende und neue Lieferantenbeziehungen.

Lieferantenmanagement - eine koordinierte Schnittstelle zu Lieferanten aufbauen

Die Grundelemente des Total Supplier Managements im Überblick:

Organisationsstruktur

Die Schaffung einer zentralen Organisationseinheit ist die Basis für ein funktionierendes Lieferantenmanagement. Die Einheit ist für die Koordination aller Maßnahmen in Zusammenhang mit den Lieferantenbeziehungen verantwortlich und ist organisatorisch häufig im Einkauf angesiedelt.

Lieferantenbewertung

Die Bewertung von Lieferanten stellt eine wichtige Entscheidungsgrundlage im Rahmen des Lieferantenmanagements dar. Die Lieferantenbewertung ist sowohl bei der Vorauswahl von Lieferanten als auch bei der Einschätzung der Lieferantenentwicklung von Bedeutung. Zu den wichtigsten Bewertungskriterien gehören der Preis, die Qualität des Produkts oder der Dienstleistung sowie die Lieferzuverlässigkeit.

Lieferantenentwicklung

Die Entwicklung von Lieferanten beschreibt die Optimierung des Leistungsniveaus in der externen Wertschöpfungskette. Durch die zunehmende Bedeutung der Auslagerung von Leistungen ist es für den Einkauf immer wichtiger, sich intensiv mit dem Lieferanten auszutauschen und an dessen Entwicklung aktiv mitzuwirken. So kann das Lieferantenmanagement beispielsweise die quantitative und qualitative Leistungsfähigkeit von Lieferanten im Sinne des eigenen Unternehmens beeinflussen.

Prozessoptimierung

Die Optimierung interner Prozesse stellt einen weiteren wichtigen Ansatzpunkt bei der Verbesserung von Lieferantenbeziehungen dar. Dabei werden Schwachstellen in den eigenen betrieblichen Abläufen identifiziert und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung ergriffen.

Risikomanagement

Beim Risikomanagement geht es darum, Risiken in der Beziehung zu Lieferanten frühzeitig zu erkennen und sich mit geeigneten Maßnahmen abzusichern. Typische Risiken im Lieferantenmanagement sind beispielsweise Monopole auf der Zuliefererseite, Kapazitätsengpässe, Preiserhöhungen, Qualitätsmängel und zeitliche Lieferprobleme. Diese Risiken sind besonders ausgeprägt, wenn das Unternehmen von einem einzigen Lieferanten abhängig ist.

Dokumentation

Ein regelmäßiges Reporting nach einem festgelegten Standard erlaubt es dem Lieferantenmanagement, die Wirksamkeit der eigenen Maßnahmen zu bewerten und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.

Wie unterscheiden sich strategisches und operatives Lieferantenmanagement?

Im Lieferantenmanagement wird üblicherweise eine Unterscheidung zwischen operativen und strategischen Maßnahmen vorgenommen. Diese unterscheiden sich wie folgt:

Strategische Ziele:

Die strategische Seite des Lieferantenmanagements zielt auf die mittel- und langfristige Optimierung der Lieferantenbeziehung ab. Ziel der strategischen Maßnahmen ist es, die Lieferqualität kontinuierlich zu erhöhen, Kosten zu senken und Risiken zu minimieren. Die strategischen Ziele sind eng mit der Lieferantenentwicklung verknüpft.

Eine strategische Maßnahme des Lieferantenmanagement ist beispielsweise die Reduzierung des Versorgungsrisikos durch einen frühzeitigen Aufbau von Beziehungen zu anderen Lieferanten. Diese Maßnahme beugt Abhängigkeiten vor und reduziert das Risiko von Engpässen in der Beschaffung.

Operative Ziele:

Ein operativer Einkäufer ist näher am Produkt, und somit an der Konstruktion und Fertigung beteiligt. Die operative Ebene des Lieferantenmanagements verfolgt im Vergleich zur strategischen Ebene kurzfristigere Ziele. So versuchen operative Einheiten im Lieferantenmanagement beispielsweise, für konkrete Aufträge verschiedene Zulieferer zu vergleichen, Einkaufskosten durch die Bündelung des Einkaufsvolumens zu senken, Lieferzeiten zu verhandeln oder Optimierungspotenziale aufzudecken.

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