Zeichnungsteil

by test01 September 20, 2020

Als Zeichnungsteil wird in der Metall- und kunststoffverarbeitenden Industrie eine kundenspezifische Sonderanfertigung bezeichnet. Zeichnungsteile werden individuell für einen Kunden hergestellt, wobei verschiedenste Fertigungsverfahren vom Drehen über das Fräsen bis zum Stanzen und Pressen zum Einsatz kommen.

In der Industrie sind Zeichnungsteile vor allem für Spezialanwendungen relevant. Wenn der Kunde für seine Anwendung nicht auf eine genormte Standardanwendung zurückgreifen kann, wendet er sich an einen Lohnfertiger, der das gewünschte Bauteil als Zeichnungsteil liefern kann. Als Grundlage für die Fertigung kann neben einer Zeichnung auch eine CAD-Datei oder ein Muster dienen.

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Was ist ein Zeichnungsteil?

Das Zeichnungsteil wird auch als Sonderteil bezeichnet und dadurch charakterisiert, dass es speziell nach den individuellen Anforderungen des Kunden hergestellt wird. Zeichnungsteile werden dann benötigt, wenn kein DIN- beziehungsweise Normteil mit den gewünschten technischen Eigenschaften auf dem Markt verfügbar ist. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn es sich um Spezial-Produkte oder Baugruppen mit ganz bestimmten Anforderungen an

  • den Werkstoff (Einsatz von Sonderwerkstoffen)
  • die Qualität der Oberflächenbearbeitung (anspruchsvolle Toleranzen)
  • die Abmessungen (normabweichende Maße)
  • die Härte
  • die Korrosionsbeständigkeit
  • die Gewindeform

oder andere technische Eigenschaften handelt. So werden Prototypen beispielsweise als Zeichnungsteil ausgeführt, da es zum Zeitpunkt der Fertigung noch kein genormtes Teil für die Anwendung gibt. Darüber hinaus werden aber auch Klein-, Mittel- und Großserien häufig als Zeichnungsteil ausgeführt.

Zeichnungsteil - Zeichnung und fertiges Teil

Worauf ist bei der Bestellung von Zeichnungsteilen zu achten?

Die Bestellung eines Zeichnungsteils unterscheidet sich durch den individuellen Charakter jedes Werkstücks ganz erheblich von der Bestellung eines Standard-Werkstücks. Da es für Zeichnungsteile keine normierten Standards gibt, ist in der Entwicklungsphase eine enge Abstimmung zwischen dem Kunden und dem ausführenden Fertigungsunternehmen erforderlich.

Dabei kommt es darauf an, die technischen Anforderungen auf der Kundenseite zu klären und diese auf die Leistungsfähigkeit des Maschinenparks abzustimmen. Gegebenenfalls ist es auf Seiten des Zulieferers auch erforderlich, zunächst neue Werkzeuge für die gewünschte Sonderanfertigung zu entwickeln.

Zeichnungsteile sind aufgrund ihres individuellen Charakters üblicherweise teurer als Normteile. Der Kostenunterschied relativiert sich bei großen Serien aber: Hier fällt die Entwicklung neuer Werkzeuge oder die Erstellung einer CAD-Zeichnung nicht so sehr ins Gewicht.

Zeichnungsteil - CAD-Daten und Zeichnung bei der Firma Magepa Feinmechanik GmbH
Zeichnungsteil - CAD-Daten und Zeichnung bei der Firma Magepa Feinmechanik GmbH

Was sind typische Erzeugnisse bei Zeichnungsteilen?

Grundsätzlich kann es sich bei einem Zeichnungsteil um jedes beliebige Werkstück handeln, das von den verfügbaren DIN-Normen und technischen Standards abweicht. Zu den typischen Erzeugnissen bei Zeichnungsteilen gehören beispielsweise:

  • Drehteile: Beim Drehen wird das zu bearbeitende Werkstück in eine Drehmaschine eingespannt und in Rotation versetzt. Ein Meißel bewegt sich dann an das Werkstück heran und bringt es durch Spanabtrag in die gewünschte Form. Das Drehen von Zeichnungsteilen findet wahlweise auf manuellen Drehmaschinen (in der Prototypenfertigung) oder auf automatisierten CNC-Werkzeugmaschinen (in der Serienfertigung) statt.
  • Frästeile: Beim Fräsen von Zeichnungsteilen wird eine Fräse mit einer definierten geometrischen Kontur so über das Werkstück geführt, dass Span abgetragen wird. Das Werkstück wird dadurch nach und nach in die gewünschte Form gebracht.
  • Stanzteile: Beim Stanzen wird ein meist ebenes, dünnes Werkstück (beispielsweise Blech) in eine Presse eingespannt. Die Presse ist mit einem Stempel ausgestattet, der in Form und Größe dem gewünschten Loch entspricht. Die Presse drückt den Stempel durch das Blech auf die Matrize und erzeugt damit eine Aussparung mit einer bestimmten Silhouette.
  • Schweißkonstruktionen: Dabei handelt es sich meist um Stahlbaukonstruktionen, die aus unterschiedlichen Elementen wie Profilen, Rahmen, Rohren oder Bögen bestehen und eine bestimmte Funktion erfüllen. Die verschiedenen Maschinenbauteile einer Schweißkonstruktion werden mithilfe geeigneter Schweißverfahren wie dem MIG- oder dem WIG-Schweißen dauerhaft miteinander verbunden.

Neben den hier aufgeführten Zeichnungsteilen werden auch viele weitere Werkstücke als Zeichnungsteil ausgeführt. Dazu gehören beispielsweise Fließpressteile, Laserteile, Biegeteile, Umformteile, Schrauben oder Gewinde.

Zeichnungsteil Sonnenrad - Firma TME Maschinenbau GmbH
Zeichnungsteil Sonnenrad - Firma TME Maschinenbau GmbH

Zu den bearbeiteten Werkstoffen bei Zeichnungsteilen gehören alle gebräuchlichen Werkstoffe der metallverarbeitenden Industrie wie etwa Stahl (Normalstahl, Federstahl, Edelstahl, Werkzeugstahl), Kupfer, Aluminium oder Messing. Darüber hinaus werden aber auch Sonderwerkstoffe wie Nymonic oder Titan verarbeitet. Auch in der Kunststoffindustrie sowie in anderen Bereichen ist die Fertigung gemäß einer Zeichnung üblich.

Was sind die Herausforderungen bei der Herstellung?

Die wesentliche Herausforderung bei der Herstellung von Zeichnungsteilen besteht darin, dass es keine technischen Standards und Normen für die gefragten Werkstücke gibt. Aus diesem Grund kommen der Konstruktion und technischen Auslegung des Werkstücks eine große Bedeutung zu. Hier kommt es darauf an, in enger Abstimmung zwischen Kunden und Herstellern die kosteneffizienteste Methode zur Herstellung des Bauteils zu finden.

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